ACHD

Auferstehung Christi und Heilige Dreifaltigkeit

Sonntagsimpulse

Die Impulse auf dieser Seite...
10 Stimmen

Impuls vom 31. Mai zu Pfingsten

Pfingstsonntagsimpuls

Es ist Pfingstsonntag, 50 Tage nach Ostern. Wir feiern eins der wichtigsten christlichen Feste. Bilder werden vor unseren inneren Augen sichtbar: eine Taube, die bei der Taufe Jesu im Jordan auf dem Himmel erscheint,  Flammenzungen über den Köpfen der Apostel, geisterfüllte Predigt des Petrus auf dem Marktplatz, Verkündigung, die in jeder Muttersprache plötzlich verstanden wird! Ja… Wenn der Heilige Geist ins Spiel kommt, passiert etwas Besonderes, es kommt alles in Bewegung und die entstehende Dynamik ist unaufhaltsam! Pfingsten! Das Fest des Heiligen Geistes, der Geburtstag der Kirche! So viele innere Bilder, so viele „theoretische Kenntnisse“ und doch ein Fest, das uns sehr herausfordert, da es so schwer zu be-greifen ist…

Wahrscheinlich fangen unsere Schwierigkeiten damit an, dass auch die Beschäftigung mit dem Heiligen Geist nicht so einfach ist. Und um ihn geht es an diesem Tag… Jesus war wahrer Gott, aber auch wahrer Mensch… dadurch ist er einer von uns geworden… da fällt es uns natürlich am einfachsten den Zugang zu ihm zu finden, die Bindung zu ihm herzustellen… Was Gott Vater angeht, da gibt es ganz verschiedene Gottesbilder, die wir in unseren Herzen tragen und die ganz unterschiedlich sind, vom strafenden Gott bis zum liebenden Gott… Aber der Heilige Geist scheint irgendwie sehr abstrakt… Ich glaube deswegen tun wir uns so schwer mit ihm… Er ist nicht so be-greifbar, obwohl die Folgen seines Wirkens sind klar und deutlich… Wo der Heilige Geist Raum bekommt, da wird Unmögliches plötzlich möglich, Erstarrtes wird lebendig, Lähmung wandelt sich in Lebensenergie, Mut nimmt den Platz der Angst ein, Traurigkeit wird von  Trost und Hoffnung verbannt, da ist Veränderung möglich!

Das heutige Evangelium erzählt von Jüngern, die sich aus Furcht hinter verschlossenen Türen treffen. In der Mitte dieser verängstigten Gruppe, erscheint der auferstandene Jesus und sagt: „Friede sei mit euch!“ Eine schwierige Aufgabe von inneren Frieden erfüllt zu werden, wenn alles in einem schreit oder verstummt… Aber Jesus zeigt seine Wunden, wiederholt seinen Friedenswusch und beschenkt die Jünger mit dem Heiligen Geist: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ Jesus greift also ein, lässt die Jünger nicht allein, schenkt ihnen den versprochenen Beistand.

Diesen Beistand haben wir auch geschenkt bekommen. In der Firmung wurde sogar jedem von uns persönlich dieser Beistand zugesagt. Ob er in unserem Leben wirken kann, hängt von uns ab… ob wir es zulassen können und wollen. Ein guter Anfang heute und jeden Tag ist meiner Meinung nach ein Gebet zum Heiligen Geist, um die Tür des eigenen Herzens dem Unbe-greifbarem, aber Helfendem zu öffnen. So möchte ich einladen heute ganz bewusst ein Heilig Geist Gebet zu sprechen. Es ist ein Gebet aus dem Buch unserer Firmlinge:

Ich glaube an dich, Heiliger Geist.

Ich glaube, dass du meine

Vorurteile abbauen kannst.

Ich glaube, dass du meine Gewohnheiten ändern kannst.

Ich glaube, dass du meine

Gleichgültigkeit überwinden kannst.

Ich glaube, dass du mir Mut für das Gute geben kannst.

Ich glaube, dass du mich vor dem Bösen warnen kannst.

Ich glaube, dass du meine Traurigkeit

besiegen kannst.

Ich glaube, dass du mir Gottes Wort

erklären kannst.

Ich glaube, dass du mir meine

Minderwertigkeitsgefühle nehmen kannst.

Amen

In Verbundenheit,

Ihre, eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 24. Mai

Sonntagsimpuls zum letzten (7.) Sonntag der Osterzeit vor Pfingsten

Das heutige Evangelium ist ein Teil des Gebetes Jesu, das er in Anschluss zu seiner Abschiedsrede sprach. So können wir für einen kurzen Moment Zeugen eines tiefen, intensiven Gespräches von Jesus mit dem Vater sein, genauso, wie die Jünger es waren…

Es wird oft im Neuen Testament davon berichtet, dass Jesus sich zurückzog um zu beten oder dass er seine Augen zum Himmel hob und betete oder Gott dankte. Es gibt aber auch einige Gebete Jesu, die uns auch inhaltlich durch die Heilige Schrift vererbt wurden, wie zum Beispiel: das Gebet vor der Auferweckung des Lazarus, das Gebet auf dem Ölberg oder das Gebet „Vater unser“.

Das Gebet „Vater unser“ ist DAS GEBET, das alle Christen weltweit vereint. Es ist das Gebet das Jesus selbst seinen Jüngern beigebracht hat. Und obwohl wir dieses Gebet, diesen großen Schatz, manchmal ganz automatisch sprechen, ohne über den Text nachzudenken, da wir es von Kinderbeinen aus kennen, ist es ein sehr starkes Gebet, mit starkem Inhalt! Jesus spricht Gott in diesem Gebet mit „Abba“ an. Abba bedeutet „Väterchen, Papa“ und lässt uns eine Nähe zu Gott erahnen, welche für die damalige Zeit was völlig Neues war… Außerdem ist das Essentielle unseres Lebens in verschiedenen Bitten in diesem Gebet zusammengefasst. Eine schöne Betrachtung zum Gebet „Vater unser“ ist auf „katholisch.de“ unter folgendem Link zu finden: https://www.katholisch.de/artikel/39-das-vaterunser

Im Gegenteil zum „Vater unser“ ist das Gebet, aus dem das heutige Evangelium ein Ausschnitt ist, kein Gebet, das den Jüngern, hinterlassen wurde um es zu beten. Dieses Gebet (Joh 17,1-26), das in der Bibel als „Das Gebet des scheidenden Jesus“ genannt wird, ist ein intensives Gebet Jesu. Es ist ein inniges, vertrauensvolles Gebet Jesu zum Vater. Es ist ein Gebet, an das Jesus die Jünger und die Leser des Neuen Testaments teilhaben ließ und bis heute lässt… Jesus bringt in diesem Gebet seine persönlichen Gefühle und Bitten, wohlwissend, dass sein Tod und der Abschied von seinen Jüngern nahen.

In dem heutigen Evangelium (Joh 17, 1-11a) wird deutlich, dass Jesus weiß, das die Stunde gekommen ist. Er bittet vom Vater verherrlicht zu werden, sodass durch ihn der Vater verherrlicht wird. Und er bittet für seine Jünger, die er zurücklassen muss, Jünger die anders sind als die Kinder ihrer Zeit. Jesus vertraut dem Vater an, auch alles was er tat, um seinen Auftrag zu erfüllen um ihn, Gott Vater zu offenbaren, sodass die Menschen zu Glauben kommen und ewiges Leben erlangen können. Er bittet für all die, die zu ihm gehören, die er verlassen muss…

So könnte man den heutigen Teil des Gebets Jesu kurz zusammenfassen. Deutlich wird, dass Jesus all das, was ihn am Ende seines irdischen Lebens bewegt, vor Gott bringt. Alles vertraut er ihm an – nicht nur seine Gedanken und Bitten, sondern auch die Menschen die ihm wichtig sind, mit denen er sich durch den gemeinsam gegangenen Weg, verbunden fühlt. Ich glaube Jesus ließ uns teilhaben an diesem intensiven Gebet, um ein wenig zu erahnen wie innig unsere Beziehung zu Gott Vater oder zu ihm sein könnte, wenn wir sein Vorbild als Beter folgen würden. Beten wie Jesus? Wie soll das gehen? Auf die Schnelle könnte dem einen oder anderen einer der folgenden Gedanken kommen: „Ich kann nicht wie Jesus beten.“ „Ich kann das nicht.“ „Mir fehlen die Worte…“ „Ich kann sowas nicht, noch nicht mal im Entferntesten…“ Wenn solche entmutigende Gedanken kommen, möchte ich mit den Worten des verstorbenen Frère Roger, Gründer und erster Prior der ökumenischen Communauté de Taizé, ermutigen:

„Christus, der Auferstandene, ist dir nahe. Eine Art inwendige Stimme lässt sich in dir vernehmen und diese Stimme ist Gebet. Mag auch dein Mund verschlossen bleiben, dein Herz lauscht still, weit geöffnet vor Gott. Wenn du mit Worten betest, sind diese manchmal arm und unbeholfen. Beim einsamen Gebet zählt die Sprache wenig, sie verstört niemand, schmerzt keinem in den Ohren. Und Christus wendet sich auch durch Ereignisse an dich. Er bringt dich auf Fragen, schenkt eine Eingebung; sie steigen in dir auf und beschäftigen dich. Behältst du auch nur ein einziges Wort: Dieses Wort kann dir einen Weg auftun.“

In Verbundenheit,

Ihre, eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 17. Mai

Sonntagsimpuls: Einladung zum virtuellen Bibelteilen

Johannes 14, 15-21 ist das heutige Evangelium… Kurz und stark… ist das heutige Evangelium…

Mich hat der ganze Text des heutigen Evangeliums sehr berührt. Eigentlich könnte man jeden Satz unter die Lupe nehmen, denn jeder Satz hat so viel zu sagen… Ich glaube es lohnt sich das tatsächlich zu tun. Aber bevor ich Sie, euch mit einem sehr langen Impuls eventuell zum inneren “Abschalten“ dränge, mache ich folgenden Vorschlag:

Ich lade ganz herzlich jede, jeden ein, das zuhause zu tun: schlagen Sie die Bibel auf, sprechen Sie ein kurzes Gebet in dem der Heilige Geist eingeladen wird, lesen Sie die oben genannte Stelle und lassen Sie jeden Satz dieser Bibelstelle auf sich wirken… Bestimmt bleiben Sie bei einem der Verse, der Sätze oder der Worte besonders hängen… Das woran ihr Herz hängen bleibt, nehmen Sie mit und schließen sie es für die nächste Woche in Ihr Herz! Denn mit dem Wort, Satz oder Bibelvers spricht Gott ganz persönlich zu Ihnen, zu Dir… 😉 Ich würde mich sehr freuen diese Stellen, eventuell mit zwei, drei Sätzen oder Fragen dazu, die zum Nachdenken anregen per E-Mail (CristinaBecker@achd.de) zu erhalten um es auf unsere Internetseite zu stellen, mit Name oder anonym, wie gewünscht. So hätten wir diese Woche ein Virtuelles-Mini-Bibelteilen! 

Ich breche nun das Eis und teile drei Stellen und Gedanken dazu, die mich heute besonders bewegen mit Ihnen, mit euch…

Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit […]

Letzte Woche stand im Evangelium, dass Jesus sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6). Diese Woche verspricht Jesus, dass der Vater auf seine Bitte hin einen anderen Beistand schickt: den Geist der Wahrheit! Wenn ich meinen Blick auf die Bibelstelle von letzter Woche werfe, verstehe ich diese Zusage Jesu folgendermaßen: Jesus verspricht den Geist, der dafür sorgt, dass er [Jesus] – die Wahrheit – in uns lebendig bleibt! Also Gottes Geist, der Heilige Geist wird uns versprochen… Aber was bedeutet ein Leben zu führen, in dem der Geist der Wahrheit mein Beistand ist? Es ist eine Frage, der es sich lohnt nachzugehen… Mich regt immer wieder zum Weiterdenken darüber ein Lied von Andrea Adams-Frey an. Das Lied heißt „Geist der Wahrheit“ und kann in YouTube angehört werden.

Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.

Was für eine starke Verbindung, was für eine starke, tiefe, innige Verbundenheit! Eine starke Verbindung zwischen Gott und Mensch! Das ist alles andere als selbstverständlich…

ich werde […] mich ihm offenbaren.

Was für ein Versprechen! Was für ein Geschenk!

Nehme ich es an?

Wie offenbart sich Jesus, wie gibt er sich zu erkennen in meinem Leben?

Bin ich überhaupt offen für seine Offenbarung?

Habe ich bestimmte Erwartungen was seine konkrete Anwesenheit in meinem Leben angeht?

Wenn ich offen bin, was für Konsequenzen hat für mich, wenn Jesus sich mir offenbart?

In der Hoffnung auf Bibel-Teilen mit Ihnen, mit Euch im Laufe dieser Woche,

verabschiede ich mich nun mit den besten Gesundheits- und Segenswünschen!

In Verbundenheit, Ihre, Eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 10. Mai

VIA VERITAS VITA

sind drei vergoldete Worte, die auf dem Rathaus von meiner Heimatstadt Arad (Rumänien) zu sehen sind. Cristian Moisescu, der erste Bürgermeister von Arad nach der Wende,

ließ diese drei Worte im Jahr 1993 auf das Gebäude aufbringen.

Was bedeuten diese drei Worte? Wie die Lateinkenner unter Ihnen, unter euch bestimmt schon erkannt haben, sind diese drei Worte, Worte die uns Christen geläufig sind:

VIA bedeutet Weg, VERITAS bedeutet Wahrheit und VITA bedeutet Leben. Ja, diese Worte sollten in Arad tatsächlich stellvertretend stehen für die Worte Jesu:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6)

Warum hat dieser Bürgermeister diese Worte angebracht?

Er wollte, dass diese Worte ein Anreiz sind, nicht nur für die Arader und Araderinnen, sondern für jeden, der das Gebäude des Rathauses betritt.

Beim Lesen dieser Zeilen, wird bestimmt der eine oder andere skeptisch oder vielleicht sogar irritiert… Was sollen Worte, die an eine Bibelstelle, an Jesu Worte erinnern, an einem öffentlichen Gebäude zu suchen haben? Na ja… In Arad regt sich meines Wissens niemand darüber auf. VIA, VERITAS, VITA gehören genauso zu dem Rathaus, wie der wunderschöne Marmorboden vor der Gebäude mit dem Stadtwappen oder die Glockenmusik bei bestimmten Uhrzeiten, auf die ich mich als Kind immer wieder gefreut habe, wenn ich zur richtigen Zeit unterwegs durch die Innenstadt war…

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6) ist tatsächlich eine der Bibelstellen, die mich sehr berühren. Dieser Vers ist besonders stark in mein Herz eingedrungen, vor ein paar Jahren, auf dem Jakobsweg. Als ich mit meinem Mann unterwegs nach Santiago de Compostela war, standen auf einem Gemäuer folgende Worte in Deutsch: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Nach Tagen des Pilgerweges, Gebete, Gesänge, Zeiten zum Nachdenken, Gemeinschaftserfahrungen aber auch schmerzende Füße und Rücken, ist dieser Bibelvers plötzlich für Leib und Seele vielsagend…

Die Gedanken zu diesem Satz Jesu

kann man vertiefen zum Beispiel auch beim Hören eines passenden Liedes:

Du bist der Weg“ – Johannes Nitsch (Melodie), Christoph Zehendner (Text)

VIA VERITAS VITA

versuche ich trotz Wegzug in meinem Herzen präsent aufzubewahren.

Mal klappt es, mal nicht. Ich bin dabei.

So stelle ich mir die Frage: Was bedeutet für mich, für meinen Alltag, für mein Leben,

dass Jesus der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN ist?

Was bedeutet das für SIE?

Was bedeutet das für DICH?

In Verbundenheit, Ihre, Eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 3. Mai

Liebe Gemeinde,

heute ist der 4. Sonntag der Osterzeit, der „Sonntag des guten Hirten“. An diesem Sonntag ist auch der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Wenn man den Namen dieses Sonntags hört, denkt man wahrscheinlich, heute muss das Evangelium dran sein, das den Vers enthält: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11) Aber es ist nicht so. Das heutige Evangelium ist tatsächlich aus dem Kapitel 10 des Johannesevangeliums, aber endet mit dem Vers 10 und nicht mit dem Vers 11…

Das Bild des guten, fürsorglichen, Sicherheit schenkenden, liebenden Hirten ist nicht ein Novum des Neuen Testaments. Bereits im Alten Testament wurde Gott als Hirte seines Volkes Israel beschrieben. In einigen Psalmen und Schriften der Propheten findet man sowohl schöne Sätze zu diesem Thema, als auch kritische Sätze wenn es um falsche Hirten geht. Wer kennt nicht den herzwärmenden Psalm 23? Wem hat irgendein Vers dieses Psalms nicht wenigstens einmal im Leben Trost, Geborgenheitsgefühl oder Hoffnung gespendet?

Aber auch das Warten auf einen Messias, der Hirte für das Volk Israel sein wird, ist Thema bei verschiedenen Prophetenschriften. Mit Jesus ist für uns Christen das Warten auf den guten Hirten beendet. Denn Jesus sagte über sich selbst „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11) Was für ein Bild! Jesus, der gute Hirte, der für seine Schafe sorgt, sie zur Weide und zum Wasser bringt und falls eines von ihnen verloren geht, sich auf die Suche macht, denn jedes Schaf zählt für ihn! Er gibt sogar sein Leben für die Schafe! Für mich persönlich ist das ein sehr starkes Bild!

Aber bevor Jesus sich selbst als der gute Hirte offenbart, erläutert er in einem Gleichnis die Besonderheit eines Hirten im Gegensatz zu einem Räuber oder einem Dieb, der nicht durch die Tür in den Schafstall gelangen möchte, sondern andere Einstiegsmöglichkeiten im Stall sucht. „Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.“ (Joh 10,2) sagt Jesus. Und dem Hirten, gewährt der Türhüter den Durchgang. Auf seine Stimme hören die Schafe, wenn er sie ruft! Er kennt alle Schafe mit Namen, die ihm gehören! Und die Schafe folgen ihrem Hirten!

Wer ist aber Hirte in diesem Zusammenhang? In erster Linie denken wir natürlich an geistliche Berufe, Politiker, an Menschen denen Verantwortung für Andere übertragen wurde, an Menschen von denen Vieles abhängt. Ja! Sie haben tatsächlich eine hohe Verantwortung, einen wichtigen Hirtendienst! Aber wir alle sind eingeladen Hirtendienst für einander zu übernehmen. Wir sind alle eingeladen für andere zu sorgen, an andere zu denken, aus Liebe zu Handeln. Orientierung für diesen besonderen Dienst soll der „guter Hirte“, Jesus selbst sein. Denn er sagt: „Ich bin die Tür zu den Schafen!“ (Joh 10,7) Diese Tür schenkt Rettung, „Weide“, Leben in Fülle!

Papst Franziskus lädt uns an diesem Sonntag ein die Stimme des Herrn von der Stimme des Bösen zu unterscheiden: „Die Stimme des Bösen dreht sich immer um das Ich, seine Triebe, seine Bedürfnisse, und es will immer alles, und das sofort. […] Das Gute dagegen lädt dazu ein, sich zu öffnen, aufrichtig zu sein, Vertrauen zu Gott und zu den anderen zu haben.“ (Papst Franziskus) Mehr über die Worte des Papstes ist auf: www.vaticannews.va zu finden.

Abschließen möchte ich den heutigen Sonntagsimpuls mit einem Text von Hans Dieter Hüsch. Als ich diesen las, fand ich das viel Sehnsucht, Kraft, Hoffnung und vieles mehr drin steckt… Ich merkte auch, dass der Text mich stark berührte und mit starker Sehnsucht ansteckte, auch wenn mir klar ist, dass es in der jetzigen Zeit gar nicht so einfach ist, den ganzen Text Realität werden zu lassen… Aber vielleicht klappt es… wenigstens ansatzweise. Ich bin der festen Überzeugung, dass es mit der Hilfe des guten Hirten möglich ist!

In Verbundenheit, Ihre, eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker

Im Übrigen meine ich

Möge uns der Herr weiterhin

Zu den Brunnen des Erbarmens führen

Zu den Gärten der Geduld

Und uns mit Großzügigkeitsgirlanden

Schmücken

Er möge uns weiterhin lehren

Das Kreuz als Krone zu tragen

Und darin nicht unsicher zu werden

Soll doch seine Liebe unsere Liebe sein

Er möge wie es auskommt in unser Herz eindringen

Um uns mit seinen Gedankengängen

Zu erfrischen

Und uns auf Wege zu führen

Die wir bis jetzt nicht betreten haben

Aus Angst und Unsicherheit darüber

Dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges

Fröhlich sehen will

Weil wir es dürfen

Und nicht nur dürfen sondern auch müssen

Wir müssen endlich damit beginnen

Das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln

Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!

Und jeder soll es sehen und ganz erstaunt sein

Dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können

Und sagen: Donnerwetter

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen

Und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen

Und die seien ungebrochen freundlich

Und heiter gewesen

Weil die Zukunft Jesus heiße

Und weil die Liebe alles überwindet

Und Himmel und Erde eins wären

Und Leben und Tod sich vermählen

Und der Mensch ein neuer Mensch wird

Durch Jesus Christus.“

(Hans Dieter Hüsch)

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