ACHD

Auferstehung Christi und Heilige Dreifaltigkeit

Sonntagsimpulse

Die Impulse auf dieser Seite...
4 Stimmen

Impuls vom 24. Mai

Sonntagsimpuls zum letzten (7.) Sonntag der Osterzeit vor Pfingsten

Das heutige Evangelium ist ein Teil des Gebetes Jesu, das er in Anschluss zu seiner Abschiedsrede sprach. So können wir für einen kurzen Moment Zeugen eines tiefen, intensiven Gespräches von Jesus mit dem Vater sein, genauso, wie die Jünger es waren…

Es wird oft im Neuen Testament davon berichtet, dass Jesus sich zurückzog um zu beten oder dass er seine Augen zum Himmel hob und betete oder Gott dankte. Es gibt aber auch einige Gebete Jesu, die uns auch inhaltlich durch die Heilige Schrift vererbt wurden, wie zum Beispiel: das Gebet vor der Auferweckung des Lazarus, das Gebet auf dem Ölberg oder das Gebet „Vater unser“.

Das Gebet „Vater unser“ ist DAS GEBET, das alle Christen weltweit vereint. Es ist das Gebet das Jesus selbst seinen Jüngern beigebracht hat. Und obwohl wir dieses Gebet, diesen großen Schatz, manchmal ganz automatisch sprechen, ohne über den Text nachzudenken, da wir es von Kinderbeinen aus kennen, ist es ein sehr starkes Gebet, mit starkem Inhalt! Jesus spricht Gott in diesem Gebet mit „Abba“ an. Abba bedeutet „Väterchen, Papa“ und lässt uns eine Nähe zu Gott erahnen, welche für die damalige Zeit was völlig Neues war… Außerdem ist das Essentielle unseres Lebens in verschiedenen Bitten in diesem Gebet zusammengefasst. Eine schöne Betrachtung zum Gebet „Vater unser“ ist auf „katholisch.de“ unter folgendem Link zu finden: https://www.katholisch.de/artikel/39-das-vaterunser

Im Gegenteil zum „Vater unser“ ist das Gebet, aus dem das heutige Evangelium ein Ausschnitt ist, kein Gebet, das den Jüngern, hinterlassen wurde um es zu beten. Dieses Gebet (Joh 17,1-26), das in der Bibel als „Das Gebet des scheidenden Jesus“ genannt wird, ist ein intensives Gebet Jesu. Es ist ein inniges, vertrauensvolles Gebet Jesu zum Vater. Es ist ein Gebet, an das Jesus die Jünger und die Leser des Neuen Testaments teilhaben ließ und bis heute lässt… Jesus bringt in diesem Gebet seine persönlichen Gefühle und Bitten, wohlwissend, dass sein Tod und der Abschied von seinen Jüngern nahen.

In dem heutigen Evangelium (Joh 17, 1-11a) wird deutlich, dass Jesus weiß, das die Stunde gekommen ist. Er bittet vom Vater verherrlicht zu werden, sodass durch ihn der Vater verherrlicht wird. Und er bittet für seine Jünger, die er zurücklassen muss, Jünger die anders sind als die Kinder ihrer Zeit. Jesus vertraut dem Vater an, auch alles was er tat, um seinen Auftrag zu erfüllen um ihn, Gott Vater zu offenbaren, sodass die Menschen zu Glauben kommen und ewiges Leben erlangen können. Er bittet für all die, die zu ihm gehören, die er verlassen muss…

So könnte man den heutigen Teil des Gebets Jesu kurz zusammenfassen. Deutlich wird, dass Jesus all das, was ihn am Ende seines irdischen Lebens bewegt, vor Gott bringt. Alles vertraut er ihm an – nicht nur seine Gedanken und Bitten, sondern auch die Menschen die ihm wichtig sind, mit denen er sich durch den gemeinsam gegangenen Weg, verbunden fühlt. Ich glaube Jesus ließ uns teilhaben an diesem intensiven Gebet, um ein wenig zu erahnen wie innig unsere Beziehung zu Gott Vater oder zu ihm sein könnte, wenn wir sein Vorbild als Beter folgen würden. Beten wie Jesus? Wie soll das gehen? Auf die Schnelle könnte dem einen oder anderen einer der folgenden Gedanken kommen: „Ich kann nicht wie Jesus beten.“ „Ich kann das nicht.“ „Mir fehlen die Worte…“ „Ich kann sowas nicht, noch nicht mal im Entferntesten…“ Wenn solche entmutigende Gedanken kommen, möchte ich mit den Worten des verstorbenen Frère Roger, Gründer und erster Prior der ökumenischen Communauté de Taizé, ermutigen:

„Christus, der Auferstandene, ist dir nahe. Eine Art inwendige Stimme lässt sich in dir vernehmen und diese Stimme ist Gebet. Mag auch dein Mund verschlossen bleiben, dein Herz lauscht still, weit geöffnet vor Gott. Wenn du mit Worten betest, sind diese manchmal arm und unbeholfen. Beim einsamen Gebet zählt die Sprache wenig, sie verstört niemand, schmerzt keinem in den Ohren. Und Christus wendet sich auch durch Ereignisse an dich. Er bringt dich auf Fragen, schenkt eine Eingebung; sie steigen in dir auf und beschäftigen dich. Behältst du auch nur ein einziges Wort: Dieses Wort kann dir einen Weg auftun.“

In Verbundenheit,

Ihre, eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 17. Mai

Sonntagsimpuls: Einladung zum virtuellen Bibelteilen

Johannes 14, 15-21 ist das heutige Evangelium… Kurz und stark… ist das heutige Evangelium…

Mich hat der ganze Text des heutigen Evangeliums sehr berührt. Eigentlich könnte man jeden Satz unter die Lupe nehmen, denn jeder Satz hat so viel zu sagen… Ich glaube es lohnt sich das tatsächlich zu tun. Aber bevor ich Sie, euch mit einem sehr langen Impuls eventuell zum inneren “Abschalten“ dränge, mache ich folgenden Vorschlag:

Ich lade ganz herzlich jede, jeden ein, das zuhause zu tun: schlagen Sie die Bibel auf, sprechen Sie ein kurzes Gebet in dem der Heilige Geist eingeladen wird, lesen Sie die oben genannte Stelle und lassen Sie jeden Satz dieser Bibelstelle auf sich wirken… Bestimmt bleiben Sie bei einem der Verse, der Sätze oder der Worte besonders hängen… Das woran ihr Herz hängen bleibt, nehmen Sie mit und schließen sie es für die nächste Woche in Ihr Herz! Denn mit dem Wort, Satz oder Bibelvers spricht Gott ganz persönlich zu Ihnen, zu Dir… 😉 Ich würde mich sehr freuen diese Stellen, eventuell mit zwei, drei Sätzen oder Fragen dazu, die zum Nachdenken anregen per E-Mail (CristinaBecker@achd.de) zu erhalten um es auf unsere Internetseite zu stellen, mit Name oder anonym, wie gewünscht. So hätten wir diese Woche ein Virtuelles-Mini-Bibelteilen! 

Ich breche nun das Eis und teile drei Stellen und Gedanken dazu, die mich heute besonders bewegen mit Ihnen, mit euch…

Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit […]

Letzte Woche stand im Evangelium, dass Jesus sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6). Diese Woche verspricht Jesus, dass der Vater auf seine Bitte hin einen anderen Beistand schickt: den Geist der Wahrheit! Wenn ich meinen Blick auf die Bibelstelle von letzter Woche werfe, verstehe ich diese Zusage Jesu folgendermaßen: Jesus verspricht den Geist, der dafür sorgt, dass er [Jesus] – die Wahrheit – in uns lebendig bleibt! Also Gottes Geist, der Heilige Geist wird uns versprochen… Aber was bedeutet ein Leben zu führen, in dem der Geist der Wahrheit mein Beistand ist? Es ist eine Frage, der es sich lohnt nachzugehen… Mich regt immer wieder zum Weiterdenken darüber ein Lied von Andrea Adams-Frey an. Das Lied heißt „Geist der Wahrheit“ und kann in YouTube angehört werden.

Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.

Was für eine starke Verbindung, was für eine starke, tiefe, innige Verbundenheit! Eine starke Verbindung zwischen Gott und Mensch! Das ist alles andere als selbstverständlich…

ich werde […] mich ihm offenbaren.

Was für ein Versprechen! Was für ein Geschenk!

Nehme ich es an?

Wie offenbart sich Jesus, wie gibt er sich zu erkennen in meinem Leben?

Bin ich überhaupt offen für seine Offenbarung?

Habe ich bestimmte Erwartungen was seine konkrete Anwesenheit in meinem Leben angeht?

Wenn ich offen bin, was für Konsequenzen hat für mich, wenn Jesus sich mir offenbart?

In der Hoffnung auf Bibel-Teilen mit Ihnen, mit Euch im Laufe dieser Woche,

verabschiede ich mich nun mit den besten Gesundheits- und Segenswünschen!

In Verbundenheit, Ihre, Eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 10. Mai

VIA VERITAS VITA

sind drei vergoldete Worte, die auf dem Rathaus von meiner Heimatstadt Arad (Rumänien) zu sehen sind. Cristian Moisescu, der erste Bürgermeister von Arad nach der Wende,

ließ diese drei Worte im Jahr 1993 auf das Gebäude aufbringen.

Was bedeuten diese drei Worte? Wie die Lateinkenner unter Ihnen, unter euch bestimmt schon erkannt haben, sind diese drei Worte, Worte die uns Christen geläufig sind:

VIA bedeutet Weg, VERITAS bedeutet Wahrheit und VITA bedeutet Leben. Ja, diese Worte sollten in Arad tatsächlich stellvertretend stehen für die Worte Jesu:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6)

Warum hat dieser Bürgermeister diese Worte angebracht?

Er wollte, dass diese Worte ein Anreiz sind, nicht nur für die Arader und Araderinnen, sondern für jeden, der das Gebäude des Rathauses betritt.

Beim Lesen dieser Zeilen, wird bestimmt der eine oder andere skeptisch oder vielleicht sogar irritiert… Was sollen Worte, die an eine Bibelstelle, an Jesu Worte erinnern, an einem öffentlichen Gebäude zu suchen haben? Na ja… In Arad regt sich meines Wissens niemand darüber auf. VIA, VERITAS, VITA gehören genauso zu dem Rathaus, wie der wunderschöne Marmorboden vor der Gebäude mit dem Stadtwappen oder die Glockenmusik bei bestimmten Uhrzeiten, auf die ich mich als Kind immer wieder gefreut habe, wenn ich zur richtigen Zeit unterwegs durch die Innenstadt war…

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. (Joh 14, 6) ist tatsächlich eine der Bibelstellen, die mich sehr berühren. Dieser Vers ist besonders stark in mein Herz eingedrungen, vor ein paar Jahren, auf dem Jakobsweg. Als ich mit meinem Mann unterwegs nach Santiago de Compostela war, standen auf einem Gemäuer folgende Worte in Deutsch: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Nach Tagen des Pilgerweges, Gebete, Gesänge, Zeiten zum Nachdenken, Gemeinschaftserfahrungen aber auch schmerzende Füße und Rücken, ist dieser Bibelvers plötzlich für Leib und Seele vielsagend…

Die Gedanken zu diesem Satz Jesu

kann man vertiefen zum Beispiel auch beim Hören eines passenden Liedes:

Du bist der Weg“ – Johannes Nitsch (Melodie), Christoph Zehendner (Text)

VIA VERITAS VITA

versuche ich trotz Wegzug in meinem Herzen präsent aufzubewahren.

Mal klappt es, mal nicht. Ich bin dabei.

So stelle ich mir die Frage: Was bedeutet für mich, für meinen Alltag, für mein Leben,

dass Jesus der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN ist?

Was bedeutet das für SIE?

Was bedeutet das für DICH?

In Verbundenheit, Ihre, Eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker


Impuls vom 3. Mai

Liebe Gemeinde,

heute ist der 4. Sonntag der Osterzeit, der „Sonntag des guten Hirten“. An diesem Sonntag ist auch der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Wenn man den Namen dieses Sonntags hört, denkt man wahrscheinlich, heute muss das Evangelium dran sein, das den Vers enthält: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11) Aber es ist nicht so. Das heutige Evangelium ist tatsächlich aus dem Kapitel 10 des Johannesevangeliums, aber endet mit dem Vers 10 und nicht mit dem Vers 11…

Das Bild des guten, fürsorglichen, Sicherheit schenkenden, liebenden Hirten ist nicht ein Novum des Neuen Testaments. Bereits im Alten Testament wurde Gott als Hirte seines Volkes Israel beschrieben. In einigen Psalmen und Schriften der Propheten findet man sowohl schöne Sätze zu diesem Thema, als auch kritische Sätze wenn es um falsche Hirten geht. Wer kennt nicht den herzwärmenden Psalm 23? Wem hat irgendein Vers dieses Psalms nicht wenigstens einmal im Leben Trost, Geborgenheitsgefühl oder Hoffnung gespendet?

Aber auch das Warten auf einen Messias, der Hirte für das Volk Israel sein wird, ist Thema bei verschiedenen Prophetenschriften. Mit Jesus ist für uns Christen das Warten auf den guten Hirten beendet. Denn Jesus sagte über sich selbst „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11) Was für ein Bild! Jesus, der gute Hirte, der für seine Schafe sorgt, sie zur Weide und zum Wasser bringt und falls eines von ihnen verloren geht, sich auf die Suche macht, denn jedes Schaf zählt für ihn! Er gibt sogar sein Leben für die Schafe! Für mich persönlich ist das ein sehr starkes Bild!

Aber bevor Jesus sich selbst als der gute Hirte offenbart, erläutert er in einem Gleichnis die Besonderheit eines Hirten im Gegensatz zu einem Räuber oder einem Dieb, der nicht durch die Tür in den Schafstall gelangen möchte, sondern andere Einstiegsmöglichkeiten im Stall sucht. „Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.“ (Joh 10,2) sagt Jesus. Und dem Hirten, gewährt der Türhüter den Durchgang. Auf seine Stimme hören die Schafe, wenn er sie ruft! Er kennt alle Schafe mit Namen, die ihm gehören! Und die Schafe folgen ihrem Hirten!

Wer ist aber Hirte in diesem Zusammenhang? In erster Linie denken wir natürlich an geistliche Berufe, Politiker, an Menschen denen Verantwortung für Andere übertragen wurde, an Menschen von denen Vieles abhängt. Ja! Sie haben tatsächlich eine hohe Verantwortung, einen wichtigen Hirtendienst! Aber wir alle sind eingeladen Hirtendienst für einander zu übernehmen. Wir sind alle eingeladen für andere zu sorgen, an andere zu denken, aus Liebe zu Handeln. Orientierung für diesen besonderen Dienst soll der „guter Hirte“, Jesus selbst sein. Denn er sagt: „Ich bin die Tür zu den Schafen!“ (Joh 10,7) Diese Tür schenkt Rettung, „Weide“, Leben in Fülle!

Papst Franziskus lädt uns an diesem Sonntag ein die Stimme des Herrn von der Stimme des Bösen zu unterscheiden: „Die Stimme des Bösen dreht sich immer um das Ich, seine Triebe, seine Bedürfnisse, und es will immer alles, und das sofort. […] Das Gute dagegen lädt dazu ein, sich zu öffnen, aufrichtig zu sein, Vertrauen zu Gott und zu den anderen zu haben.“ (Papst Franziskus) Mehr über die Worte des Papstes ist auf: www.vaticannews.va zu finden.

Abschließen möchte ich den heutigen Sonntagsimpuls mit einem Text von Hans Dieter Hüsch. Als ich diesen las, fand ich das viel Sehnsucht, Kraft, Hoffnung und vieles mehr drin steckt… Ich merkte auch, dass der Text mich stark berührte und mit starker Sehnsucht ansteckte, auch wenn mir klar ist, dass es in der jetzigen Zeit gar nicht so einfach ist, den ganzen Text Realität werden zu lassen… Aber vielleicht klappt es… wenigstens ansatzweise. Ich bin der festen Überzeugung, dass es mit der Hilfe des guten Hirten möglich ist!

In Verbundenheit, Ihre, eure Gemeindereferentin,

Cristina Becker

Im Übrigen meine ich

Möge uns der Herr weiterhin

Zu den Brunnen des Erbarmens führen

Zu den Gärten der Geduld

Und uns mit Großzügigkeitsgirlanden

Schmücken

Er möge uns weiterhin lehren

Das Kreuz als Krone zu tragen

Und darin nicht unsicher zu werden

Soll doch seine Liebe unsere Liebe sein

Er möge wie es auskommt in unser Herz eindringen

Um uns mit seinen Gedankengängen

Zu erfrischen

Und uns auf Wege zu führen

Die wir bis jetzt nicht betreten haben

Aus Angst und Unsicherheit darüber

Dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges

Fröhlich sehen will

Weil wir es dürfen

Und nicht nur dürfen sondern auch müssen

Wir müssen endlich damit beginnen

Das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln

Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!

Und jeder soll es sehen und ganz erstaunt sein

Dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können

Und sagen: Donnerwetter

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen

Und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen

Und die seien ungebrochen freundlich

Und heiter gewesen

Weil die Zukunft Jesus heiße

Und weil die Liebe alles überwindet

Und Himmel und Erde eins wären

Und Leben und Tod sich vermählen

Und der Mensch ein neuer Mensch wird

Durch Jesus Christus.“

(Hans Dieter Hüsch)


Impuls vom 26. April

Liebe Gemeinde,

für heute stehen zwei Evangelien zur Auswahl. Das erste Evangelium erzählt von den Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus waren und dem Auferstandenen begegnet sind (Lk 24,13-35). Das zweite Evangelium erzählt von der Begegnung der fischenden Jüngern mit dem Auferstandenen am See Tiberias (Joh 21, 1-14). Ich entschied mich für die Emmausjünger. Diese Bibelstelle ist uns allen gut bekannt und wird von Vielen sehr geliebt. Sie wird oft am Ostermontag vorgelesen und regt stark zum Nachdenken an…

Zwei Jünger Jesu waren am Ostersonntag unterwegs nach Emmaus, ein Dorf das „60 Stadien“ von Jerusalem entfernt ist. 60 Stadien sind circa 11 km, also ein Fußweg von ungefähr zwei Stunden. Während sie liefen, waren sie im Gespräch über die Ereignisse der vergangenen Tage. Und dann passierte das Unerwartete: „[…] während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.“ (Lk 24, 15-16)

Als „der Fremde“ sie nach dem Inhalt ihres Gesprächs fragte, fingen die zwei Jünger an über Jesus aus Nazaret, seine Worte, Taten und seine Kreuzigung zu erzählen. Darüber wie die Jünger sich zum Beginn dieser Begegnung fühlten, steht wenig in der Bibel. Konkret wurde lediglich geschrieben, dass sie TRAURIG stehen blieben (siehe Lk 24, 17). Außerdem schimmern beim weiteren Lesen die VERLORENE HOFFNUNG (siehe Lk 24, 20-21) und das GROSSE UNVERSTÄNDNIS, die VERUNSICHERUNG (siehe Lk 24, 22-24) durch. Mehr Details dazu gibt es nicht.

Unwillkürlich frage ich mich wie es ihnen sonst ging, mit welchen Gefühlen, unter den gegebenen Umständen, sie sich auseinandersetzen mussten? Vielleicht fühlten sie tiefe Traurigkeit, Verlust, Trauer, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit… oder vielleicht konnten sie sogar das Gefühl haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren… Denn Jesus war ihre Hoffnung! Und nach damaligem Verständnis, war es so, dass jemand, der einen schändlichen Tod, wie den Kreuzestod erlitt, von Gott verlassen sein musste! Demzufolge konnte Jesus nicht der ersehnte Messias sein… Der Messias sollte Israel erlösen und nicht am Kreuz sterben! Und wie wenn all das nicht schmerzlich und verwirrend genug gewesen wäre, war da noch das leere Grab…

Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?“ (Lk 24, 26) ist die Frage, die „der Fremde“ stellt. Mit anderen Worten: musste nicht all das passieren? Und er, „der Fremde“, der unerkannte Jesus, geht weiterhin den Weg mit den Zwei… Er geht mit und erläutert die Schrift, bis sie in Emmaus ankommen. So erscheint der Auferstandene ihnen: mitten in ihrem Alltag! Mitten in ihrem Schmerz, Trauer, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit! Er ist da, mitten unter ihnen, obwohl sie es erstmal gar nicht merken, dass er es ist… Und so sind sie zu Dritt unterwegs: Jesus und die zwei Jünger.

In Emmaus angekommen, fällt den Jüngern der Abschied schwer: „Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!“ (Lk 24, 29) Und Jesus bleibt. Er bleibt und bricht mit ihnen das Brot… Und da, beim Brechen des Brotes, gehen ihnen die Augen auf und sie erkennen, dass „der Fremde“ Jesus ist…

Jesus ist plötzlich weg, aber die Begegnung mit ihm hat Folgen: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück […]“(Lk 24, 32-33) Das Leben bekommt wieder seinen Raum! Hoffnung und Freude erfüllen die Herzen! Dynamik kommt ins Spiel: ein weiterer zweistündiger Fußmarsch wird spontan, ohne Zögern, in Kauf genommen. Die Jünger sind beflügelt und möchten die freudige Botschaft den Elf weitergeben. Sie tun es und werden erneut, hier in Jerusalem mit der Aussage beschenkt: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen!“ (Lk 24, 34)

Welche Fragen, welche Sätze könnten wir für uns aus dem heutigen Evangelium mitnehmen?

Brannte nicht unser Herz in uns?“ Wann stellen wir uns diese Frage? Wann brennt unser Herz für Jesus? Was hilft uns seine Nähe in unserem Alltag, in unserem Leben zu spüren?

Der Herr ist wirklich auferstanden!“ Wann teilen wir mit anderen diese frohe Botschaft? Glauben wir voller Herzen daran? Haben wir diesen Satz verinnerlich? Was für Folgen hat er für unseren Alltag, für unsere Leben? Was für Folgen hat dieser Glaubenssatz für uns Christen in der jetzigen verwirrenden, herausfordernden, unsicheren, dunklen Zeit?

All diese Fragen kann man nicht auf die Schnelle beantworten. Aber es lohnt sich, sich mit ihnen zu beschäftigen. Denn sie können uns helfen den Auferstandenen auf dem gemeinsamen Weg zu erkennen, so wie die Emmausjünger es taten. Was wir aber auf die Schnelle machen könnten: drei Worte aus dem heutigen Evangelium in unser Herz schließen und als Gebet zu dem Auferstandenen Jesus Christus immer wieder sagen:

BLEIBE BEI UNS!!!“

Amen

In Verbundenheit
Ihre, Eure Gemeindereferentin, Cristina Becker


Impuls vom 19. April

Liebe Gemeinde,

heute ist, wie jedes Jahr, die Stelle aus dem Johannes-Evangelium (Joh 20, 19-31) dran, die von der Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen und das Zweifeln von Thomas  erzählt. Thomas ist nämlich nicht dabei, als der auferstandene Jesus in der Mitte der Jünger erscheint, die sich aus Angst hinter verschlossenen Türen versammeln. Er ist nicht dabei, als Jesus den Jüngern sagt: „Friede sei mit euch!“ Er ist nicht dabei als Jesus ihnen seine Hände und seine Seite zeigt… Er ist nicht dabei und er glaubt nicht den Anderen, dass sie den Herrn gesehen haben…

„Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ Wir kennen diese Aussage von Thomas ziemlich gut, denn wir hören sie Jahr für Jahr am 2. Ostersonntag, der Sonntag der Barmherzigkeit. Und wenn wir ehrlich sind, können wir uns wahrscheinlich Jahr für Jahr gut hineinversetzen in die Haut von Thomas… Denn ist es nicht viel, viel schwieriger an die Auferstehung Jesu Christi zu glauben, wenn man ihn physisch, persönlich nicht so treffen kann wie die Jünger es taten?

Doch es ist schwieriger… Und doch tun wir es! Wir glauben an die Auferstehung Jesu Christi. Das bezeugen wir auch jedes Mal wenn wir das Glaubensbekenntnis zusammen beten. Wir glauben, auch wenn zwischen den damaligen Ereignissen und unserer Gegenwart fast 2000 Jahre vergangen sind. Wir glauben, auch wenn wir nicht mit den Jüngern seine Hände und seine Seite sehen konnten. Wir glauben, weil wir mit diesem Glauben beschenkt wurden! Wir glauben, denn wir begegnen heute immer wieder dem Auferstandenen in unseren Gebeten, beim Lesen des Neuen Testaments, in unseren Mitmenschen, in der physischen oder geistigen Heiligen Kommunion…

Thomas ist acht Tage nach der Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen, Jesus selbst begegnet. Er durfte Jesus persönlich sehen, hören, berühren… Und er glaubte: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesu Antwort darauf war: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Wie tröstlich! Da sind wir mit gemeint…

Liebe Schwestern und Brüder,

ich vermute, dass  es Euch, Ihnen ähnlich geht wie mir… Manchmal ist der Glaube stark, ich fühle mich dem Auferstandenen sehr nahe… Ich bin erfüllt von Frieden, Liebe, Dankbarkeit…

Andermal bin ich voller Zweifel, wie Thomas…  Doch ich vertraue darauf, dass ER da ist, ob ich seine Nähe spüre oder nicht… Er ist da sowohl wenn ich voller Hoffnung voran schreite, als auch wenn ich zögerlich und langsam einen Schritt nach dem anderen wage… Ich möchte an dieser Stelle einen kurzen Abschnitt aus dem diesjährigen Laacher Messbuch mitgeben, was mich selbst sehr berührt hat: „Glaube und leben können bzw. besser leben können, das gehört zusammen. Und schon manch einer hat das einem anderen gesagt: Ohne meinen Glauben hätte ich das nicht geschafft. Der Thomas in uns aber muss immer wieder beruhigt werden und gibt erst da Ruhe, wo der Herr selbst zu ihm redet – inwendig. Und sagt: Ich weiß, wie dir zumute ist.“

Liebe Gemeinde, 

an diesem Sonntag wollte ich meinen Impuls kurz halten und dafür die verschickten Fürbitten in den Mittelpunkt stellen. Denn ich wollte nicht lediglich ein Teelicht pro Fürbitte in der Kirche anzünden, sondern ich wollte sie alle anonym zusammentragen, aufschreiben, aufnehmen, sodass wir in Gemeinschaft, miteinander verbunden für diese verschiedenen Anliegen beten können. Leider hat keine einzige Fürbitte den Weg zu mir gefunden… Deswegen entschied ich mich, das was mich heute berührt und beschäftigt in einem Gebet zusammenzutragen und Euch, Sie zuhause einzuladen es mitzubeten. Es kann mit einem eigenen freien Gebet oder mit einem „Vater unser“, einem „Gegrüßet seist du Maria“, ein „Glaubensbekenntnis“ oder anderes Gebet, dass persönlichen Halt gibt, ergänzt werden:

Auferstandener Jesus Christus,

ich würde dir gerne so vieles sagen, 

aber ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll…

Wir erleben eine Zeit, mit der niemand von uns Vorerfahrung hat…

Wir entdecken neue Schätze,

aber wir erfahren Tag für Tag unsere Grenzen,

sowohl als menschliche Gemeinschaft,

als auch als einzelne Personen.

Pläne wurden auf den Kopf gestellt,

der Morgen ist gar nicht planbar,

Freizeitangebote bleiben auf der Strecke,

neue Herausforderungen als Familie sind zu bewältigen,

finanzielle Unsicherheit beschäftigt viele, 

existentielle Fragen machen sich breit…

Sonntagsgottesdienste in der Kirche bleiben weg… 

der physische Abstand zu geliebten Menschen tut weh…

Viele sind einsam,

viele haben Angst,

viele wissen nicht wie es weitergehen soll…

Wir sind unsicher und immer wieder überfordert….

Hilf uns, all das anzunehmen,

anzunehmen, dass die Situation ist, wie sie ist,

anzunehmen unsere Hilflosigkeit

und eingeschränkte Freiheit… 

Hilf uns, die gewonnenen Schätze in den Mittelpunkt zu stellen:

 mehr Zeit in der Familie,

mehr Zeit füreinander,

keine Hektik,

kreative Ideen um Verbundenheit miteinander zu leben,

neue und alte Wege den Kontakt zu pflegen,

Digitale und Fernsehgottesdienste,

spirituelle Impulse anderer Art,

gelebte Solidarität,

das Bewusstsein, das nichts selbstverständlich ist,

das Neuschätzen von all dem was wir normalerweise haben…

Und hilf uns jeden Tag neu zu spüren, 

dass du uns mit all dem nicht allein lässt

sondern mittrauerst, mitleidest,

aber dich auch mitfreust

und vor allem mitgehst!

Amen

In Verbundenheit 

Ihre, Eure Gemeindereferentin, Cristina Becker


Osterimpuls vom 12.4.2020

Liebe Jugendliche, liebe Junge Erwachsene,

im Mittelpunkt meines Osterimpulses, steht ein Bild, eine Karikatur.

Es ist ein Bild das provoziert… und verschiedene Gefühle und Gedanken in einem auslöst… Was löst in dir aus? Kopfschütteln? Empörung? Ein Schmunzeln? Lautes Lachen? Traurigkeit? Zustimmung mit Blick auf die jetzige Situation? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

So oder so, dieses Bild löst in einem etwas aus… In den folgenden Zeilen möchte ich euch mitteilen, was dieses Bild in mir auslöst… Als ich Ende März diese Karikatur in What’s-App gesehen habe, musste ich Schmunzeln… Ich mag schwarzen Humor… Doch das Bild ließ mich in den letzten Wochen nicht los. Denn es hat nicht nur ein Schmunzeln aus meinem Herzen rausgelockt…

Passt dieses Bild nicht perfekt in die jetzige Zeit, wenn Großeltern nicht besucht werden können, keine Familientreffen möglich sind, Treffen mit Freunden nur zur Zweit, im Abstand zueinander stattfinden können, Schule ausfällt, Home Office dran ist und gewohnte Freizeitbeschäftigungen wegfallen? NEIN! Es passt definitiv nicht! Denn Jesus ist der Christus – gestern, heute und in Ewigkeit! Er ist auferstanden! Er hat den Tod besiegt und dadurch uns allen die Brücke zu Gott geschlagen! Deswegen kein Virus der Welt, keine Ausgangsperre kann IHN im Grab halten! Lasst uns zuhause, aber im Herzen verbunden denjenigen feiern, der gesagt hat: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Joh 11, 25 a)

In diesem Sinne wünsche ich Euch gesegnete, hoffnungserfüllte Osterfeiertage im Kreise eurer Familie und per Social Media, in Gedanken und im Herzen miteinander verbunden! 😉

Eure Gemeindereferentin,
Cristina Becker


Impuls vom 5. April

Liebe Gemeinde,

heute ist der 4. Sonntag, an dem wir auf der Suche sind nach alternativen Möglichkeiten, um Sonntagsgottesdienst zu feiern… Wahnsinn!!! Wenn jemand mir Anfang des Jahres gesagt hätte, dass es so kommt, hätte ich gedacht: „Ein schlechter Scherz!“ Anfang März erzählte meine Cousine, die in der Lombardei lebt, dass in Italien die Gottesdienste verboten sind. Da dachte ich mir: „Krass! Die armen Italiener! So etwas haben sie bestimmt noch nie erlebt…“ Zwei Wochen später war es auch hier in Deutschland soweit… Keine öffentliche Gottesdienste! Offene Kirchen nur für das persönliche Gebet!

Heute ist der 4. Sonntag ohne gewohnte Gottessdienstversammlung… ohne Küster*in… Messdiener*innen… ohne Diakon… ohne Lektor*in… ohne Organist*in… ohne Kantor*in… ohne Kommunionhelfer*in, ohne gewohnte, bekannte, liebgewonnene Gesichter… ohne das Hören des schönen oder schrägen Tons des Sitznachbars beim Mitsingen der Gottesloblieder… ohne die strahlenden Gesichter der großen und kleinen Kinder… ohne gemeinsames Beten und Singen, ohne „Vater unser“, ohne die Heilige Kommunion, ohne… ohne… ohne… Vieles was sonst selbstverständlich war, vermissen wir nun…

Heute ist der 4. Sonntag ohne unsere „live“ Mitfeiern der Heiligen Messe… Ich persönlich bin sehr dankbar für die verschiedenen Gottesdienste, die man digital oder am Fernseher mitfeiern darf. Sie stärken mich von Woche zu Woche. Ich bin auch sehr dankbar für die vielen Zeichen der Verbundenheit als Glaubensgemeinschaft, die uns ermutigen und zeigen wollen: „Du bist nicht allein!“ Ich bin dankbar für die täglichen Gottesdienste, die jeder Priester für seine Gemeinde feiert. Ich bin dankbar für die vielen kreativen Impulse für Große und Kleine, die zeigen: „Wir können trotz physischer Ferne unseren Glauben gemeinsam leben!“

All diese Gedanken begleiten mich an dem 4. Sonntag, der anders ist… Der 4. Sonntag: Palmsonntag… Ich sehe vor meinen inneren Augen den Schulhof der Georg-Büchner-Schule. Ich sehe lächelnde Messdiener*innen, die Buchszweige (oder andere grüne Zweige) an uns verteilen, die Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod sind. Ich sehe Kinder, unter ihnen viele Kommunionkinder die neugierig oder schüchtern beobachten was passiert. Ich sehe viele Menschen mit ihren Palmsonntagszweigen und ihren Liederblätter in der Hand. Ich sehe die Ikone von Pfarrer Blumers mit dem auf der Eselin reitenden Jesus. Ich höre den Gesang. Ich höre das Palmsonntagsevangelium (Mt 21, 1-11). Ich höre den Ruf „Hosanna!“ Ich sehe die Menschenmenge, in der Groß und Klein sich auf den Weg zu der Kirche Auferstehung Christi macht…

Ich möchte an dieser Stelle diese innere Reise zu dem Passionsweg Jesu nicht weiterführen. Ich lade Sie, euch alle dazu ein, ganz bewusst einen kurzen, intensiven Blick auf den Einzug Jesu in Jerusalem zu werfen. Ein einziges Mal ließ sich Jesus von der Menschenmenge richtig feiern. Ein einziges Mal ließ er sich mit Palmzweigen begrüßen. Ein einziges Mal ließ er es zu, dass Menschen ihm einen „Teppich aus Gewändern“ zu Füßen legen. Ein einziges Mal ließ sich Jesus wie ein König feiern. Und doch setzte er ein klares Zeichen, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei: er reitet auf einer Eselin und nicht auf einem Pferd in Jerusalem ein. Dieses eine Mal wird Jesus als Sohn Davids (das bedeutet als Messias) akklamiert. Die Menschenmenge preist Gott dafür.

Heute können wir nicht wie gewohnt mit Palmsonntagsritualen den Einzug Jesu als Messias, als der Auserwählte Gottes, als Retter mitfeiern. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass er der Messias ist. Auch heute. Auch jetzt. Auch wenn wir bereits zum vierten Mal sonntags zuhause Gottesdienst feiern müssen. Auch wenn so viel Leid, Kummer, Angst, Wut, Verzweiflung in uns und um uns herum ist! Trotz all dem und gerade jetzt sollen wir nicht vergessen, dass wir an Jesus als Messias glauben. Lasst uns unsere Herzen für Ihn Öffnen und dem Sohn Davids Einzug gewähren:

Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe!
Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe!
Du bist König und Herr,
Du regierst mit Macht,
Deine Herrlichkeit ist offenbar.
Hosanna in der Höhe!
Ehre, Ehre, dem König aller Könige!
Ehre, Ehre, dem König aller Könige!
Hoch erhaben bist du,
Herr, wir jubeln dir zu,
Du bist König und Majestät.
Hosanna in der Höhe!

(Carl Tuttle, Helga König© 1985 Shadow Spring Music)

Ich wünsche Ihnen/ euch allen und Ihren/ Euren Lieben, trotz den ungewöhnlichen Umständen einen segensreichen Palmsonntag!

In Verbundenheit,
Ihre, eure Gemeindereferentin,
Cristina Becker


Impuls vom 29. März

Liebe Gemeinde,

nach der Heilungsgeschichte von letzter Woche, ist diesen Sonntag im Evangelium die Auferweckung von Lazarus (Joh 11, 1-45) im Mittelpunkt. Ein Evangelium, das wir alle sehr gut kennen: Lazarus, der Freund von Jesus, ist krank. Seine Schwester, Maria und Marta, benachrichtigen Jesus darüber. Bis Jesus im Betanien ankommt, ist Lazarus gestorben und liegt bereits seit vier Tagen im Grab…

Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Diese sind die Worte von Marta, als sie Jesus entgegenkommt. Und obwohl sie das sagt, versteht sie erstmal nicht was Jesus meint, wenn er sagt: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Sie denkt es geht um die Auferstehung am Jüngsten Tag und nicht um Auferstehung hier und jetzt.

Das Evangelium bekommt eine starke Dynamik. Jesus sagt zu Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Und fragt sie nach ihrem Glauben… Marta bezeugt ihren Glauben an Jesus, als der Christus und geht weg um ihre Schwester zum Grab zu holen. Maria und die Menschen die bei ihr sind um sie zu trösten machen sich auf dem Weg zum Grab. Maria fällt zu seinen Füßen und sagt: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Dabei weint sie… mit allen Anwesenden… Jesus weint mit… Er ist berührt, er ist erregt und in seinem Inneren erschüttert… Jesus weint mit den Menschen…. Jesus weint um seinen Freund…

Was für ein Bild! Wenn ich mir das vor meinen inneren Augen vorstelle, bin ich auch kurz vorm Weinen… Diese Bibelstelle berührt mich sehr, denn es hat so viel mit unserem menschlichen Leben, mit uns, mit mir zu tun… Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen von Menschen, die ich geliebt habe und die bereits gestorben sind. Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen bei denen ich war, und mitlitt mit den Hinterbliebenen. Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen die zurzeit in kleiner Trauergesellschaft stattfinden müssen. Ich sehe vor meinen inneren Augen die hunderten täglichen Beerdigungen in Italien, bei denen niemand teilnehmen und sich verabschieden darf. Ich sehe all das und vieles mehr. Und es schreien fast aus mir Marias Worte: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“!!!

Maria schreit in mir, aber die Worte Jesu kommen mir wieder in den Sinn: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Darauf hoffe ich! Daran glaube ich! Das gibt mir Hoffnung, trotz der erwähnten inneren Bilder und obwohl mir bewusst ist, dass heute keiner aus seinem Grab einfach so herausgerufen wird, so wie Lazarus…

Jesu Worte geben mir aber Hoffnung auch wenn ich darüber nachdenke, dass manchmal Mitten im Alltag sich Vieles für uns Menschen wie tot anfüllt. Wir sind immer wieder gelähmt in Situationen der Hilflosigkeit… Wir sind immer wieder starr vor Angst… Wir vergessen immer wieder dankbar zu sein für das Leben… Wir lassen immer wieder unsere Herzen verhärten gegenüber anderen… Wir sind manchmal wie tot, obwohl wir leben… Und gerade deswegen wünsche ich uns allen Jesus Worte aus dem heutigen Evangelium zu verinnerlichen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

In Verbundenheit,

Ihre, Eure Gemeindereferentin, Cristina Becker

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