ACHD

Auferstehung Christi und Heilige Dreifaltigkeit

Sonntagsimpulse

Impuls vom 29. März

Liebe Gemeinde,

nach der Heilungsgeschichte von letzter Woche, ist diesen Sonntag im Evangelium die Auferweckung von Lazarus (Joh 11, 1-45) im Mittelpunkt. Ein Evangelium, das wir alle sehr gut kennen: Lazarus, der Freund von Jesus, ist krank. Seine Schwester, Maria und Marta, benachrichtigen Jesus darüber. Bis Jesus im Betanien ankommt, ist Lazarus gestorben und liegt bereits seit vier Tagen im Grab…

Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Diese sind die Worte von Marta, als sie Jesus entgegenkommt. Und obwohl sie das sagt, versteht sie erstmal nicht was Jesus meint, wenn er sagt: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Sie denkt es geht um die Auferstehung am Jüngsten Tag und nicht um Auferstehung hier und jetzt.

Das Evangelium bekommt eine starke Dynamik. Jesus sagt zu Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Und fragt sie nach ihrem Glauben… Marta bezeugt ihren Glauben an Jesus, als der Christus und geht weg um ihre Schwester zum Grab zu holen. Maria und die Menschen die bei ihr sind um sie zu trösten machen sich auf dem Weg zum Grab. Maria fällt zu seinen Füßen und sagt: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Dabei weint sie… mit allen Anwesenden… Jesus weint mit… Er ist berührt, er ist erregt und in seinem Inneren erschüttert… Jesus weint mit den Menschen…. Jesus weint um seinen Freund…

Was für ein Bild! Wenn ich mir das vor meinen inneren Augen vorstelle, bin ich auch kurz vorm Weinen… Diese Bibelstelle berührt mich sehr, denn es hat so viel mit unserem menschlichen Leben, mit uns, mit mir zu tun… Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen von Menschen, die ich geliebt habe und die bereits gestorben sind. Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen bei denen ich war, und mitlitt mit den Hinterbliebenen. Ich sehe vor meinen inneren Augen Beerdigungen die zurzeit in kleiner Trauergesellschaft stattfinden müssen. Ich sehe vor meinen inneren Augen die hunderten täglichen Beerdigungen in Italien, bei denen niemand teilnehmen und sich verabschieden darf. Ich sehe all das und vieles mehr. Und es schreien fast aus mir Marias Worte: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“!!!

Maria schreit in mir, aber die Worte Jesu kommen mir wieder in den Sinn: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Darauf hoffe ich! Daran glaube ich! Das gibt mir Hoffnung, trotz der erwähnten inneren Bilder und obwohl mir bewusst ist, dass heute keiner aus seinem Grab einfach so herausgerufen wird, so wie Lazarus…

Jesu Worte geben mir aber Hoffnung auch wenn ich darüber nachdenke, dass manchmal Mitten im Alltag sich Vieles für uns Menschen wie tot anfüllt. Wir sind immer wieder gelähmt in Situationen der Hilflosigkeit… Wir sind immer wieder starr vor Angst… Wir vergessen immer wieder dankbar zu sein für das Leben… Wir lassen immer wieder unsere Herzen verhärten gegenüber anderen… Wir sind manchmal wie tot, obwohl wir leben… Und gerade deswegen wünsche ich uns allen Jesus Worte aus dem heutigen Evangelium zu verinnerlichen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

In Verbundenheit,

Ihre, Eure Gemeindereferentin, Cristina Becker

Scroll Up